Hautarzt Dr. med. Hans-G. Dauer, Köln

Haarausfall

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Haarausfall wird in der Fachsprache als Alopezie bezeichnet. Er kann bei Menschen jeden Alters und Geschlechts vorkommen und verschiedene Ursachen haben. Die häufigsten Formen der Haarausfalls sind die androgenetische Alopezie, die diffuse Alopezie und die Alopezia areata (kreisrunder Haarausfall). Die androgenetische Alopezie ist mit circa 90 Prozent der häufigste diffuse Haarverlust beim Menschen.

Ursache der androgenetischen Alopezie

Die Ursache der androgenetischen Alopezie ist die vermehrte Ansprechbarkeit des Haarfollikels gegenüber männlichen Hormonen. Dabei sind die männlichen Hormone nicht erhöht, aber ihre Wirkung tritt verstärkt auf. Besonders erhöht ist ein bestimmtes Enzym, die sogenannte 5-a-Reduktase, welches das Hormon Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt, welches biologisch wirksam ist. Teilweise vererbt ist der Zeitpunkt, an dem die Wirkung des Testosterons am Haarfollikel zunimmt.

Ursachen der diffusen Alopezie

Die Ursache der diffusen Alopezie ist eine Störung im Ablauf der Wachstumsphase. Das Haar wird dadurch aus seinem Wachstum herausgerissen. Man unterscheidet bei der diffusen Alopezie einen Soforttyp und einen Spättyp. Die Ursachen für die Störung beim Akuttyp können Chemotherapeutika, Vollnarkosen, medikamentöse Verstärkungen und akute fieberhafte Infekte sein. Beim Spättyp kommen folgende Ursachen in Betracht: chronisch konsumierende Erkrankungen, chronische Infekte, Nierenfunktionsstörungen, Umweltsyndrome oder auch beispielsweise eine Amalgamvergiftung, Mangelernährung beispielsweise bei Magersucht und eine Reihe von Medikamenten.

Ursache der Alopezia areata

Hervorgerufen wird dieser Haarverlust durch eine Autoimmunerkrankung, also einer Erkrankung, bei der körpereigene zellen die Haarfollikel als fremd ansehen und versuchen, diese zu vernichten. 

 

Weitere beeinflussenden Faktoren für Haarverlust

Bestimmte Pilze im Magen- und Darmbereich können einen Haarverlust verstärken oder sogar erst auslösen. Bestehender Haarausfall kann durch jegliche Art von Stress, unabhängig davon, ob beruflich oder privat, verstärkt werden. Auch Mangelerscheinungen und der Konsum von Medikamenten, Drogen oder ähnlichem können Haarausfall auslösen oder verschlimmern.

Symptome der androgenetischen Alopezie

Die androgenetische Alopezie verläuft bei Männern und Frauen unterschiedlich. Typischerweise bilden sich bei Männern Geheimratsecken und die Haare am Hinterkopf fallen aus. Bei Frauen fallen vermehrt Haare im mittleren Kopfbereich aus und die Haare sehen dort dünner aus, aber es kommt in der Regel nicht zu einer Glatze, Begleitet wird der Haarausfall häufig von Schuppenbildung, Juckreiz und Hautunreinheiten.

Symptome der diffusen Alopezie

Typisch für diffusen Haarausfall ist das die Haare gleichmäßig über die gesamte Kopfhaut ausfallen, ohne dass bestimmte Bereiche stärker betroffen sind. Beim Soforttyp tritt der Haarverlust akut und schnell voranschreitend auf, sodass nach kurzer Zeit das Kopfhaar deutlich lichter erscheint. Beim Spättyp findet der Haarverlust schleichend statt. Die Ausfallrate der Haare ist leicht erhöht, was zu einer langsamen Verminderung des Kopfhaars führt.

Symptome der Alopezia areata

 Der kreisrunde Haarausfall beginnt meist am Kopf, kann aber auch bei Männern in der Bartregion beginnen. Die Haare fallen nicht diffus wie bei den anderen Haarausfällen aus, sondern in einem umschriebenen Gebiet, das dann völlig haarlos wird. Diese Form des Haarausfalls kann zum Verlust der gesamten Körperbehaarung führen, aber alle Haare können auch wieder kommen. Charakteristisch bei der alopecia areata ist das Auftreten von sog. kleinen Ausrufezeichen-Haaren an den Rändern der Veränderung.

Diagnose von Alopezien

Bei allen Arten von Haarausfällen findet die Diagnose in der Praxis Dr. Dauer mithilfe des sogenannten Foto-Trichogramms statt. Dies ist ein modernes, digitales Verfahren. Hierbei überprüft ein Computer mit digitaler Bildauswertung die Haare und Haarwurzeln. Bei diesem schonenden Verfahren müssen keine Haare ausgezogen werden, es wird nur eine verdeckte Stelle von 1x1 cm rasiert und zweimal digital aufgenommen. Das Foto-Trichgramm gibt Aufschluss über die Haardichte un den Haarwurzelstatus.

Therapie von Haarausfällen

Die Therapie von diffuser Alopezie erfolgt in der Regel ursachenorientiert und aufbauend. Bei Männern und Frauen wird häufig der Wirkstoff Minoxidil lokal eingesetzt. Dieser führt zu einer besseren Durchblutung und Nährstoffaufnahme am Haarfollikel.

Zur Therapie der androgenetischen Alopezie kann der Wirkstoff Finasterid bei Männern eingesetzt werden. Er hemmt das Enzym im Haarfollikel. Die erfolgreiche Therapie bei Frauen erfolgt mit individuellen Tinkturen mit hormonähnlichen Inhaltsstoffen. Nährstoffe und Vitamine können auch erfolgreich mit Soft-Laser in die Kopfhaut eingebracht werden.

Die Therapie des kreisrunden Haarausfalls basiert auf einer regelmäßigen Einnahme von Zinktabletten unterstützt durch eine äußerliche Behandlung mit einer Reizsubstanz. Im weiteren Verlauf kann die Behandlung mit einer Kortisonzubereitung über einen befristeten Zeitraum erfolgen. Sollte diese Therapie nicht zum Erfolg führen, stehen noch weitere Therapieoptionen zur Verfügung.
Es können punktuelle Kortisoninjektionen in die betreffenden Hautregionen vorgenommen werden. Auch können Reizsubstanzen, Diphencyprone, lokal angewendet werden. Äußerst erfolgsversprechend und nebenwirkungsfrei ist auch bei der Alopecia areata die Mesotherapie.

Empfehlung: Mesotherapie bei Haarausfällen

Die Mesotherapie ist zurzeit die sicherste, beste und nebenwirkungsärmste Behandlungsmethode bei Haarausfällen. Dabei werden verschiedene natürliche Substanzen in die Kopfhaut injiziert und so in die Oberhaut und die Haarfollikel gebracht. Dies bewirkt eine Stimulation und Regeneration der Haarfollikel. Normalerweise sind sechs Anwendungen im Abstand von je einer Woche erforderlich. Nach drei bis sechs Monaten kann eine Aufbausitzung durchgeführt werden. Normalerweise wird der Haarausfall innerhalb von vier Wochen gestoppt. Neu wachsende Haare sind bereits nach drei bis vier Monaten sichtbar.

Weitere Informationen zur Mesotherapie finden Sie hier.